Mental Load in den Wechseljahren: „Was essen wir heute?“
Aktualisiert: vor 4 Tagen

Die Frage ist nicht neu. „Was essen wir heute?“ begleitet mich, seit ich für eine Familie koche. Sie kam jeden Tag, ich habe sie beantwortet, und dann war sie weg.
Irgendwann hat sich das verändert.
Die Frage ist dieselbe geblieben, aber sie fühlt sich anders an.
Schwerer.
Es ist kurz vor fünf, alle haben Hunger, und ich stehe vor dem offenen Kühlschrank und spüre, wie mich diese eine kleine Entscheidung gereizt macht.
Nicht, weil nichts da ist. Sondern weil in meinem Kopf gerade kein Platz mehr für sie ist.
Es ist nicht das Kochen, das müde macht. Es ist das Überlegen. Jeden Tag aufs Neue.
Was Mental Load eigentlich ist
Mental Load ist die unsichtbare Arbeit im Kopf.
Nicht das Einkaufen, sondern daran zu denken, dass die Milch fast leer ist. Nicht das Kochen, sondern zu wissen, wer heute Training hat, wer kein Fleisch mag und dass am Donnerstag niemand vor sieben zu Hause ist.
Diese Arbeit sieht man nicht. Sie steht auf keiner Liste. Aber sie läuft den ganzen Tag mit, im Hintergrund, wie ein Programm, das man nicht schließen kann.
Und die Frage „Was essen wir heute?“ ist der Teil davon, der jeden Tag wiederkommt. Ohne Ausnahme.
Dieselbe Frage, aber sie wiegt mehr
Lange habe ich gedacht, ich werde einfach schlechter organisiert. Früher ging das doch auch. Dieselbe Familie, dieselben Abende, dieselbe Frage. Warum bringt sie mich jetzt aus der Ruhe?
Dann habe ich verstanden:
Die Frage hat sich nicht verändert, ich schon.
In den Wechseljahren kommen mehrere Dinge zusammen, und jedes davon macht dieselbe Last ein bisschen schwerer:
Der Schlaf ist schlechter. Wer nachts um drei wach liegt, hat am Nachmittag weniger Reserven.
Der Kopf ist langsamer. Mehrere Dinge gleichzeitig im Blick zu behalten, fällt vielen Frauen in dieser Zeit schwerer. Ich habe darüber in meinem Artikel über Brainfog in den Wechseljahren geschrieben.
Die Zündschnur ist kürzer. Was früher nebenbei ging, kostet jetzt Nerven. Eine Frage, die ich früher kaum bemerkt habe, kann mich heute richtig reizen.
Die Liste der Dinge, an die ich denken muss, ist nicht länger geworden. Aber der Platz im Kopf ist kleiner. Und genau da passt die tägliche Essensfrage oft einfach nicht mehr rein.
Das ist keine Charakterschwäche. Es ist dieselbe Last mit weniger Kraft.
Jede Entscheidung, die wegfällt, ist eine Erleichterung
Ich kann an den Wechseljahren nichts ändern. Aber ich kann die Zahl der Entscheidungen verringern, die ich jeden Tag treffen muss.
Und die Frage nach dem Abendessen ist die einfachste, die man abgeben kann. Nicht an jemand anderen, sondern an einen Zettel.
Seit ich am Sonntag einmal plane, ist die Frage um fünf weg. Sie ist nicht kleiner geworden, sie ist weg.
Der Plan hängt am Kühlschrank, und wer fragt, was es gibt, kann selbst nachschauen.
Ich drucke den Plan einmal aus und laminiere ihn. Dann schreibe ich mit einem abwischbaren Stift drauf und wische am Sonntag alles weg. So brauche ich nicht jede Woche ein neues Blatt.
Und falls kein Laminiergerät im Haus ist:
So plane ich die Woche in zehn Minuten
1. Erst schauen, wer wann da ist.
Bevor ich irgendein Gericht aufschreibe, trage ich ein, was die Woche bringt: Training, Elternabend, späte Schicht. Daraus ergibt sich von selbst, an welchem Abend es schnell gehen muss.
2. Nur fünf Abende planen.
Einer bleibt für Reste, einer für „jeder, was er findet“. Ein Plan, der jeden Tag besetzt ist, hält keine zwei Wochen.
3. Die vollen Tage mit schnellen Gerichten belegen.
An Tagen mit Training gibt es etwas, das in zwanzig Minuten fertig ist oder schon vorbereitet im Kühlschrank steht. Die aufwendigeren Sachen kommen an die ruhigen Abende.
4. Die Einkaufsliste direkt daneben schreiben.
Was für die Woche fehlt, schreibe ich sofort auf. Dann reicht ein Einkauf, und ich stehe am Mittwoch nicht ohne Zwiebeln da.
5. Ein paar Notfallgerichte im Kopf haben.
Es gibt Tage, da klappt nichts. Für die habe ich eine kurze Liste mit Gerichten, die ich immer aus dem Vorrat kochen kann: Tomatensuppe mit Nudeln, Pfannkuchen, Rührei mit Brot. Nichts Besonderes, aber alle werden satt, und ich muss nicht nachdenken.
Damit ich sehe, was noch da ist, stehen Nudeln, Reis und Linsen bei mir in durchsichtigen Vorratsdosen. Ein Blick genügt, und die Vorratsliste ist schnell abgehakt.
*Werbelinks. Wenn du darüber bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Als Amazon-Partnerin verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Was sich dadurch verändert hat
Der Nachmittag ist ruhiger. Nicht, weil weniger zu tun ist, sondern weil eine Frage weniger im Kopf kreist.
Ich koche nicht besser als vorher. Aber ich muss nicht mehr jeden Tag neu anfangen. Und wenn doch mal etwas schiefgeht, gibt es den Notfallplan.
Das ist kein großer Trick. Aber es ist eine Entscheidung weniger, an jedem einzelnen Tag. Und in einer Lebensphase, in der der Kopf ohnehin voll ist, macht genau das den Unterschied.
Dein Wochenplan zum Ausdrucken
Ich habe meinen Plan so aufgeschrieben, dass du ihn direkt nutzen kannst:
Wochenplan zum Ausdrucken, mit der Spalte „Wer ist wann da?“
Einkaufsliste nach Abteilungen
10 Notfallgerichte aus dem Vorrat, für zwei Erwachsene und zwei Kinder
Vorratsliste zum Abhaken
Kostenlos als PDF. Zehn Minuten am Sonntag, und die Woche steht.
Und wenn du Ideen für die Woche suchst: Meine 5 schnellen, gesunden Abendessen, die die ganze Familie mitisst sind ein guter Anfang.




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