Brainfog in den Wechseljahren: Wenn der Kopf nicht mehr mitrechnet

Ich habe vergessen, das Mittagessen für meinen Sohn zu bestellen.
Nicht einmal. Ich habe es mir vorgenommen, ich hatte es im Kopf, und dann war der Tag vorbei und es war nicht bestellt.
Das ist der Moment, in dem man aufhört, es lustig zu finden.
Es fängt harmlos an
Zuerst sind es Wörter. Man sagt einen Satz, und in der Mitte ist das Wort weg. Nicht irgendein kompliziertes — ein ganz normales, das man tausendmal benutzt hat. Man umschreibt es, alle verstehen trotzdem, und man denkt sich nichts dabei.
Dann sind es Termine. Man weiß, dass etwas war. Man weiß nur nicht mehr, was.
Und irgendwann sitzt man bei der Arbeit und merkt, dass eine Aufgabe seit drei Tagen liegt, von der man sicher war, sie erledigt zu haben.
Es ist nicht so, dass man dumm wird. Es ist eher, als läge etwas dazwischen. Wie vernebelt.
Was mich am meisten überrascht hat
Ich hatte früher meine Finanzen im Kopf.
Nicht auf den Cent, aber ich wusste immer ungefähr, was diesen Monat rausgegangen ist. Ich habe mit Karte gezahlt und nebenbei mitgerechnet, ohne darüber nachzudenken. Am Monatsende kam nie eine Überraschung.
Das ist weg.
Ich zahle, es ist weg, und ich weiß es nicht mehr.

Wenn ich nichts aufschreibe, wird es am Ende des Monats manchmal richtig knapp — nicht, weil ich zu viel ausgegeben hätte, sondern weil ich den Überblick verloren habe.
Darüber redet niemand. Man liest über vergessene Wörter und Namen. Dass der Kopf auch aufhört, nebenbei mitzulaufen, habe ich nirgends gelesen.
Warum Brainfog in den Wechseljahren auftritt
Östrogen wirkt nicht nur auf den Zyklus. Es hat auch mit Gedächtnis und Konzentration zu tun, und wenn der Spiegel in den Wechseljahren schwankt, merkt man das.
Dazu kommt der Schlaf. Wer seit Monaten um drei wach liegt, ist tagsüber nicht auf der Höhe — das hat mit Hormonen erst mal gar nichts zu tun, sondern damit, dass niemand mit vier Stunden Schlaf klar denkt.
Beides zusammen ergibt genau das, was man als Brainfog kennt.
Ich bin keine Ärztin. Wenn es dir Sorgen macht oder plötzlich stark wird, lass es abklären — nicht alles, was sich nach Wechseljahren anfühlt, ist eine.
Was bei mir hilft
Nichts davon ist klug. Es ist nur das, was funktioniert.
Aufschreiben, sofort.
Nicht später. Später ist zu spät. Wenn mir etwas einfällt, kommt es in dem Moment ins Handy, in dem es mir einfällt.
Einen Ort für alles.
Ich hatte vorher Zettel, Kalender, Notizen und den Kopf. Jetzt gibt es eine Liste, und was nicht draufsteht, passiert nicht.
Bei uns hängt außerdem ein magnetischer Wochenplaner am Kühlschrank. Was dort steht, sehen auch die anderen — und ich muss nicht die Einzige sein, die weiß, was diese Woche ansteht.

(Werbelink)*
Die Finanzen sichtbar machen.
Ich habe einen Budgetplaner und zusätzlich eine Excel-Tabelle.
(Werbelink)*
Dazu budgetiere ich nach der Umschlagmethode:
Für jeden Bereich gibt es einen festen Betrag, und wenn der weg ist, ist er weg. Gespart habe ich damit nebenbei auch.
Früher lief das alles nebenbei mit. Ich habe gezahlt und wusste ungefähr, wo ich stehe, ohne darüber nachzudenken. Das geht nicht mehr — und es kommt auch nicht zurück, wenn ich mich anstrenge. Der Kopf hat dafür keine Kapazität mehr übrig.
Deshalb schreibe ich jeden Tag auf. Nicht weil ich diszipliniert bin, sondern weil es ohne nicht funktioniert.
Eine Sache nach der anderen.
Wenn ich versuche, drei Dinge gleichzeitig zu machen, fällt eins davon runter. Immer.
Es ist keine Charakterfrage
Das ist der Punkt, an dem ich am längsten gebraucht habe.
Ich habe gedacht, ich reiße mich zu wenig zusammen. Dass andere das hinkriegen und ich nicht. Dass ich mich besser organisieren müsste.
Ich organisiere mich jetzt besser — aber nicht, weil ich vorher schlampig war. Sondern weil der Kopf Dinge nicht mehr nebenbei mitträgt, die er früher mitgetragen hat. Das ist kein Versagen, das ist eine Anpassung.
Und ehrlich gesagt:
Seit ich alles aufschreibe, vergesse ich weniger als in den Jahren, in denen ich dachte, ich hätte alles im Griff.
Geht dir das auch so? Schreib mir gern.
*Werbelink. Wenn du darüber bestellst, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.



Kommentare